Brasilien, China, Russland – hier wird schon gegen Corona geimpft

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Weltweit läuft sich Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. In einigen Ländern wird bereits geimpft. Es ist ein Kampf gegen die Zeit und die Konkurrenz.

Philipp Lichterbeck, Benedikt Voigt, Oliver Bilger | DER TAGESSPIEGEL

Bolsonaro-Anhänger protestieren gegen die Impfpläne von São Paulos Gouverneur Doria.Foto: Amanda Perobelli/REUTERS

Die dritte Phase von Impfstofftests ist die Erprobung unter realen Bedingungen. Tausende Freiwillige werden geimpft und beobachtet, ob sie sich im Alltag anstecken. Weltweit nehmen Zehntausende an der dritten und entscheidenden Testphase verschiedener Impfstoffe teil, 34.000 davon in Brasilien. In China bekommen Soldaten und Staatsbeamte eine experimentelle Impfung. Und in Russland wird bereits an einem dritten Serum gearbeitet. Ein Überblick. 

BRASILIEN

Schon bevor in Brasilien ein Corona-Impfstoff auf dem Markt ist, gibt es Streit. Es geht darum, ob eine Impfung obligatorisch zu sein habe. Präsident Jair Bolsonaro ist gegen eine Impfpflicht und hat seine Ablehnung wie so oft polemisch garniert. Das ultrarechte Staatsoberhaupt veröffentlichte ein Foto von sich und seinem Hund Faísca (Funken) und schrieb: „Impfpflicht nur für Faísca“.

Bolsonaros Motive sind nicht ganz klar. Er will sich wohl einerseits bei Impfgegnern beliebt machen, von denen es auch unter Brasiliens neuen Rechten viele gibt. Andererseits mag eine Version von Liberalismus dahinterstecken, der den Staat selbst aus solchen Belangen der Bürger heraushalten will, die die Allgemeinheit betreffen.

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