Der Corona-Kaiser


Wie viel Söder verträgt dieses Land? Dies scheint der allgegenwärtige bayerische Ministerpräsident gerade wissen zu wollen. Die Kolumne.

Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Söder-Augen können nicht lügen. ©Frank Hoermann/SVEN SIMON

Corona ist die Zeit der starken Männer. Nichts gegen die Performance von Kanzlerin Angela Merkel in den letzten Monaten, aber man könnte sie ja demnächst nicht einmal wählen, nur um den einen zu verhindern: Markus Söder.

Das ist der CSU-Mann aus dem schönen Franken-Land, der seine audiovisuelle Präsenz gefühlt mit dem Anstieg der tagesaktuellen Fallzahlen steigert. Er ist der bayerische Alles-Checker, der Volkströster – oder einfach der Mann für alle Corona-Fälle.

Söder-Augen können nicht lügen, auch wenn es diesbezüglich ab und an in Bavaria mal etwas uneinheitlich zuging: Schulschließungen hier, Kita-Öffnungen da, Fallzahlen scheinen im konkretem Fall Weißwurscht. Muss eine fränkische Eiche natürlich nicht jucken, wenn irgendwelche Rotzlöffel inklusive Eltern an diversen Maßnahmen rumkritteln.

Markus Söder sieht seinen nächsten Job vermutlich sowieso breiter aufgestellt: als König vom Franken-Land aka Bayern aka Deutschland aka Europa. Oder visioniert er sich doch eher als Global-Kaiser, der es – aus den Corona-Ruinen auferstanden – als der einzige Markus – richtig anpackt?

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