Erster Fast Radioburst aus unserer Galaxie


Der Ursprung der ultrakurzen, aber extrem energiereichen kosmischen Radioblitze ist eines der großen Rätsel der Astronomie. Doch jetzt könnte es gelöst sein. Denn erstmals haben Astronomen einen solchen „Fast Radioburst“ nicht in einer anderen Galaxie, sondern in unserer Milchstraße detektiert – und das ermöglichte es ihnen, seine Quelle genauer einzugrenzen. Demnach ging dieser kurze Radiopuls von einem rund 30.000 Lichtjahre entfernten Magnetar aus. Dabei handelt es sich um einen Neutronenstern, der schnell rotiert und extrem starke Magnetfelder besitzt. Diese Himmelsobjekte standen schon länger als mögliche Quelle der Radioblitze in Verdacht, jetzt scheint sich dies zu bestätigen.

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Das CHIME-Teleskop in Kanada hat den Radioblitz entdeckt. (Bild: Andre Renard / CHIME Collaboration)

Fast Radiobursts (FRB) dauern nur wenige Millisekunden, setzen in dieser Zeit aber so viel Energie frei wie unsere Sonne an einem ganzen Tag. Erst 2007 fing das Parkes-Radioteleskop in Australien zufällig einige dieser ultrakurzen kosmischen Radiopulse ein. Weil aber zunächst kein anderes Radioteleskop solche Blitze detektierte und eine astronomische Erklärung für das Phänomen fehlte, blieb unklar, ob diese Blitze tatsächlich kosmischen Ursprungs waren – möglicherweise handelte es sich nur um atmosphärische Störungen oder Signale von der Erde. 2014 jedoch fing dann auch das Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico ein solches Signal ein. Seither haben Astronomen mit verschiedensten Radioteleskopen Dutzende von Fast Radiobursts detektiert. Weil aber alle aus anderen Galaxien und damit großen Entfernungen kamen, blieb ihre Quelle unklar. Allerdings sprachen die Polarisationsmerkmale der Radiosignale dafür, dass sie aus einem stark magnetisierten Umfeld stammen.

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