Hätte der Prophet das gewollt?


Derzeit erleben wir, wie Kritik am Islam extreme Gewalt auslöst. Sie erklärt sich auch aus den historischen Quellen.

Abdel-Hakim Ourghi | ZEIT ONLINE

Vor der Kirche in Nizza, wo vorige Woche drei Menschen ermordet wurden. ©Olivier Huitel/​ddp

Am Mittwoch wurde in Nizza ein Mann eingeäschert, dessen grausamen Tod man so schnell nicht vergessen wird. Dem Küster der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption war vor dem Altar mit roher Gewalt die Kehle durchgeschnitten worden. So grausam war die Tat, dass selbst konservative Repräsentanten des Islams erklärten: Der Prophet hätte solche Terrortaten abgelehnt.

Leider muss man das bezweifeln. Denn der islamistische Terror, vor dem wir in diesen Tagen erschaudern, wird gern aus den Quellen des Islams und auch aus seiner Geschichte heraus gerechtfertigt. Und so ist das Köpfen, das Durchschneiden der Kehle und das Präsentieren abgetrennter Köpfe als Siegestrophäen keine Erfindung des Dschihad im 21. Jahrhundert. Diese grausamen Taten erinnern auch daran, wie schon der Prophet Mohammed mit seinen Feinden umging.

Im Koran heißt es über den Umgang der Gläubigen mit den Ungläubigen: „Ich werde denjenigen, die ungläubig sind, Schrecken einjagen. Haut sie und schlagt ihnen (mit dem Schwert) auf den Nacken.“ Die Liste der sogenannten Schwertverse im Koran ist lang, und in etwa 300 Versen kommt das Verb „kämpfen“ oder „töten“ vor. Es sind oft Verse, die Muslime dazu aufrufen, gegen Ungläubige Krieg zu führen. Zu seinen Gegnern in Mekka soll der Prophet der Sunna zufolge gesagt haben: Solange sie sich nicht zum Islam bekennen, werde ich sie mit dem Schwert enthaupten.

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