Papst entzieht Spitzenbehörde die Finanzhoheit


Der Papst setzt Zeichen: Nun hat er dem vatikanischen Staatssekretariat, der obersten Leitungsbehörde der katholischen Kirche, die bisher autonom verwalteten Vermögenswerte und jegliche Kontrollfunktion über wirtschaftliche Angelegenheiten entzogen.

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Zudem ordnete Papst Franziskus den Ausstieg aus Investments an, die seit Monaten für Schlagzeilen sorgten. Das gab das vatikanische Presseamt am Donnerstag bekannt.

Nach einem vom Presseamt veröffentlichten Schreiben des Papstes an Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin muss dessen Behörde die Verwaltung sämtlicher Kapital- und Immobilienwerte an das zentrale Wirtschaftsamt Apsa übertragen. Die Finanzen des Staatssekretariats werden künftig Teil des Kurienhaushalts; wie andere vatikanische Behörden muss auch die Leitungszentrale ab sofort ein Budget aufstellen und genehmigen lassen.

Vermögen nicht genau beziffert

Das Vermögen des Staatssekretariats, das unter anderem den weltweiten diplomatischen Apparat des Heiligen Stuhls unterhält, ist dem Umfang nach nicht bekannt; es kursieren Schätzungen von höheren dreistelligen Millionenbeträgen. Angesichts rückläufiger Zuwendungen von außen diente das Kapital zunehmend zur Erwirtschaftung von Renditen, um laufende Kosten zu decken.

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