Betroffene sexualisierter Gewalt kritisieren Aufarbeitung der EKD


Betroffene sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche dringen auf unabhängige Aufarbeitungskommissionen mit staatlicher Beteiligung.

evangelisch.de

„Wir wollen eine unabhängige Aufarbeitungskommission nach dem Modell des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung“, sagte Kerstin Claus am Freitag bei einer Online-Pressekonferenz vor Beginn der Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), auf der der Stand der Aufarbeitung Thema sein wird. Claus ist selbst Opfer von Missbrauch in der evangelischen Kirche geworden und bemüht sich seit Jahren um die Aufklärung der Missbrauchstaten.

Bislang habe die Evangelische Kirche in Deutschland eine unabhängige Aufarbeitungskommission abgelehnt und immer auf die bereits existierenden Unabhängigen Kommissionen verwiesen, die sich mit der Anerkennung des erlittenen Leids auch in finanzieller Hinsicht in den einzelnen evangelischen Landeskirchen befassen, kritisierte Claus. Was die EKD „unabhängig“ nenne, sei nicht wirklich unabhängig, sagte auch Katharina Kracht, ebenfalls Betroffene von sexualisierter Gewalt. Die bereits existierenden Kommissionen würden durch die Landeskirchen berufen. Die Landeskirchen bestimmten also, wer dort mitarbeite, sagte Kracht. Nicht selten sitze ein leitender Geistlicher oder eine leitende Geistliche dem Gremium vor.  

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