Ethikrat-Vorsitzende: Corona verändert nicht das Menschenbild


Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, warnt vor Überspitzungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Die These, dass derzeit ein neues Menschenbild entstehe, halte sie für überdehnt.

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Das sagte Buyx im Interview der „Welt“ (Samstag). „Wir müssen vielleicht auf bestimmte Elemente der Lebensfreude verzichten, aber wir verändern unser Menschenbild nicht. Ich finde es hysterisch, wenn ich Leute sagen höre, jetzt werden wir zu einem Volk von Depressiven und Nichtlachern.“

Die Ängstlichkeit sei Studien zufolge angestiegen, räumte die studierte Medizinerin und Philosophin ein. Auch etwa durch Arbeitslosigkeit „kommt sicher noch viel auf uns zu“. Die Folgen solcher schweren Krisen müssten abgefedert werden, betonte Buyx: „Das Mitdenken der psychischen Folgen etwa war ein Treiber für die Lockerungen im Sommer, aber im exponentiellen Wachstum treten diese Aspekte kurzfristig zurück. Da steht das absehbare Szenario einer Überlastung des Gesundheitssystems vielen anderen Effekten gegenüber, die erst in Zukunft und weniger berechenbar eintreten.“

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