Humanisten-Präsident fordert Ende der Corona-Ausnahmen für Religionsgemeinschaften


Trotz harter Lockdown-Maßnahmen dürfen zu Trauerfeiern und Gottesdiensten mit Priester oder Imam unbegrenzt viele Menschen kommen. Für Bestattungen und Messen ohne Prediger gilt das nicht.

Julius Betschka | DER TAGESSPIEGEL

Nur 50 Gläubige nehmen im Berliner Dom an einem Gottesdienst teil, der zum ersten Mal nach den Maßnahmen zur Eindämmung des…Foto: picture alliance/dpa

Während Kunsthallen und Konzerthäuser aktuell leer bleiben müssen, gelten für Kirchen Sonderregeln. Trotz harter Lockdown-Maßnahmen dürfen an Gottesdiensten und Trauerfeiern mit Priester oder Imam unbegrenzt viele Menschen teilnehmen. 

Denn sogenannte „religiös-kultische Veranstaltungen“ sind in Berlin explizit von den Teilnehmerobergrenzen für Veranstaltungen ausgenommen. Diese Sonderregel führt zu einer kuriosen Situation: An Bestattungen ohne Priester oder Prediger dürfen in geschlossenen Räumen maximal 20 Personen teilnehmen, im Freien liegt die Obergrenze bei 50 Personen. 

Hält dagegen ein Priester oder Imam die Trauerrede, kann die Veranstaltung laut der Berliner Gesundheitsverwaltung als religiös-kultische Veranstaltung gewertet werden, sodass unbegrenzt viele Menschen teilnehmen dürfen.
Der Präsident des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, Jan Gabriel, kritisiert diese Regelung scharf. 

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