Warum Berlins AfD-Chef Fest Signale an den „Flügel“ sendet


Der amtierende AfD-Landeschef Nicolaus Fest will Vertreter des radikalen „Flügels“ nicht ausgrenzen. Viele bringen sich jetzt für Posten in Stellung.

Robert Kiesel | DER TAGESSPIEGEL

Nicolaus Fest amtiert als Vorsitzender des Notvorstands der Berliner AfD.Foto: Michael Kappeler/dpa

Er galt lange als Aushängeschild des im Januar vom Posten des AfD-Landesvorsitzenden zurückgetretenen Georg Pazderski: der „Berliner Weg“. Als „bürgerlich-konservativ“, verfassungstreu, demokratisch und damit koalitionstauglich versuchte Pazderski die Partei immer wieder darzustellen und rückte davon auch dann nicht ab, als Teile der AfD an den Aufmärschen Rechtsextremer in Chemnitz teilnahmen oder diese offen unterstützten.

Dass Pazderski damit gerade im Osten der Nation auf verlorenem Posten stand, belegten die Erfolge der Rechtsaußen der Partei in Thüringen und allen voran Brandenburg. Dem jüngst geschassten Flügel-Vertreter Andreas Kalbitz spendete Pazderski bei dessen Wahlerfolg 2019 kräftig Beifall und warb noch im März dieses Jahres für eine engere Zusammenarbeit mit dessen Fraktion – Berliner Weg hin oder her.

Doch genau wie Pazderskis Stern zuletzt sank, scheint auch sein Berliner Weg in einer Sackgasse zu enden. Nicolaus Fest, aktuell Vorsitzender des Notvorstands im Landesverband und damit Pazderskis Nachfolger, erklärte dem „rbb“, im kommenden Wahljahr würden alle Kräfte der Partei gebraucht, auch die Radikalen.

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