Koscher und halal: Wie Juden und Muslime auf das Tierwohl achten

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Viele Juden und Muslime achten darauf, dass ihre Mahlzeiten koscher bzw. halal sind. Dabei geht es auch um eine besondere Form der Schlachtung, das sogenannte Schächten. Warum ist ihnen das wichtig?

Iris Tsakiridis | BR24

Imam Ahmad Popal in einem arabischen Restaurant in München. ©BR

Halal im Supermarkt

Wenn man im Münchner Bahnhofsviertel unterwegs ist, begegnen einem immer wieder Geschäfte und Supermärkte, die mit „halal“ werben. Auch einige Dönerbuden haben diesen Hinweis auf ihren Tafeln. Das arabische Wort „halal“ bedeutet „erlaubt“. Denn die religiösen Speisevorschriften verbieten Muslimen etwa Schweinefleisch und Schweinegelatine. Der Verzehr von Geflügel, Rind und Lamm ist ihnen zwar erlaubt – allerdings nur dann, wenn die Tiere nach bestimmten Riten geschlachtet wurden.

Nur wenn alle Voraussetzungen bei der Schlacht erfüllt wurden, erhalten die Fleischwaren das Halal-Zertifikat. Wichtig dabei ist: Das Tier muss ganz ausbluten, denn ein gläubiger Moslem darf kein Blut verzehren. Diese Form der Schlachtung wird auch Schächten genannt. Nach islamischer Vorstellung muss das Tier im Namen Gottes und immer in Richtung Mekka geschlachtet werden. Und das Tier soll möglichst schonend und angstfrei getötet werden. In Deutschland ist das Schächten dennoch bis auf wenige Ausnahmen nur dann erlaubt, wenn das Tier vorher betäubt wurde.

Auch für den Münchner Imam Ahmad Popal gehört es zu seiner Pflicht, sich nach religiösen Vorschriften zu ernähren: „Die Tiere dürfen keinen Schaden erleiden“, betont der Imam. „Die Tiere dürfen keine Leiden, keine Qualen verspüren. Das ist eigentlich die Grundidee gewesen, hinter der Praxis von „halal“. Ein gläubiger Muslim solle seinen Fleischkonsum daher auch in Maßen halten. Erstrebenswert sei eine ausgewogene und maßvolle Ernährung.

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