Nach McCarrick-Bericht: Kritik an Papst Johannes Paul II.


Der McCarrick-Bericht bestätigt die schlimmsten Befürchtungen von US-Katholiken: Das Totschweigen sexuellen Missbrauchs hatte Methode. Unmittelbar vor ihrer Herbstkonferenz kommen die US-Bischöfe in Erklärungsnot – und auch Papst Johannes Paul II. steht im Fokus der Kritik.

 Bernd Tenhage | katholisch.de

John Allen vergleicht das lange Warten auf den McCarrick-Bericht des Vatikan mit den Wahlen in den USA. Beides habe „viel zu lange gedauert“, klagt der Chefredakteur des unabhängigen katholischen Online-Portals Crux. Das eine sei ein Stresstest für die Demokratie, das andere für die Kirche in den USA.

Die leidenschaftlichen Reaktionen auf den Bericht des Vatikan über den nach glaubwürdigen Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe geschassten Ex-Kardinal Theodore McCarrick reichen von Trauer bis Wut. Auch Lob ist dabei. Für Missbrauchsopfer ist das Dokument aus Rom ein Meilenstein. Aber sie warnen davor, Papst Johannes Paul II. alleine zum Sündenbock zu machen, weil er „Onkel Ted“ zum Erzbischof von Washington ernannt und dabei alle Warnungen in den Wind geschlagen hatte. Was drei Päpste über das einst illustre Gesicht der US-Kirche wussten und geschehen ließen, ist die eine Sprengkraft des Reports. Die andere ist der Umgang der Ortsbischöfe mit dem Wissen über das Fehlverhalten des einflussreichen Kardinals.

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