«La Niña» ist wieder da – und weltweit gerät das Wetter ins Trudeln


Das Wasser im Ostpazifik ist so kalt wie seit zehn Jahren nicht mehr. Gravierende Folgen drohen zum Beispiel in Afrika, wo viele Länder schon unter Heuschrecken und Covid-19 zu leiden haben.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Die heftigen Überschwemmungen in Vietnam dürften mit dem Wetterphänomen «La Niña» zusammenhängen. Kham/Reuters

Seit Monaten hatte sich das Phänomen angekündigt. Ende Oktober erklärte die Weltmeteorologieorganisation mit Sitz in Genf, im Pazifik habe sich La Niña entwickelt. Das passiert nur alle paar Jahre und bedeutet, dass die Wassertemperaturen an der Oberfläche des tropischen Ostpazifiks niedriger liegen als im langjährigen Durchschnitt. Klingt harmlos, ist es aber ganz und gar nicht: Mit La Niña gehen rings um den Pazifik – und auch in grösserer Entfernung – etliche Wetterkapriolen einher, die empfindliche Ernteeinbussen zur Folge haben können.

La Niña (spanisch für «das Mädchen») ist das kühle Gegenstück zu El Niño («der Knabe»), jener noch bekannteren Wärmeanomalie im Pazifik, die in den letzten Jahren öfter auftrat, zum Beispiel von 2015 bis 2016 und von 2018 bis 2019. Nach derzeitigem Forschungsstand werden diese Witterungsschwankungen durch die kombinierte Eigendynamik von Atmosphäre und Ozean hervorgerufen.

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