Wann darf die Kirche nach der Konfession fragen


Für Verwaltungstätigkeiten in der Kirche muss man keiner Konfession angehören. Werden Bewerber dennoch danach gefragt, können sie bei Benachteiligung eine Entschädigung erhalten, zeigt ein Urteil.

Merkur.de

Die Frage nach der Religionszugehörigkeit ist im Bewerbungsverfahren in der Regel unzulässig. Ausnahmen gibt es für kirchliche Arbeitgeber. Geht es allerdings um die Tätigkeit im Sekretariat, darf auch die Kirche keine Angaben zur Konfession in der Bewerbung fordern.

Das kann eine Benachteiligung nach dem AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) sein. Über eine entsprechende Entscheidung des Arbeitsgerichts Karlsruhe (Az.: 1 Ca 171/19) informiert die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

In dem Fall ging es um die Ausschreibung einer Kirche, in der Bewerber aufgefordert wurden, ihre Bewerbungsunterlagen «unter Angabe der Konfession» einzusenden.

Religion könnte bei Auswahl eine Rolle spielen

Entsprechend gab eine Bewerberin an, konfessionslos zu sein. Die Frau wurde zwar zum Bewerbungsgespräch eingeladen, erhielt die Stelle aber nicht. Sie forderte daraufhin eine Entschädigung wegen eines Verstoßes gegen das Benachteiligungsverbot des AGG. Sie war der Ansicht, sie sei wegen ihrer Konfessionslosigkeit benachteiligt worden.

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