Bauboom von Kultstätten – das letzte Aufbäumen der Steinzeitmenschen


An den Kultstätten mit ihren Megalithen musste nicht jahrhundertelang gebaut werden. In nur 35 Jahren wurde eine Mega-Anlage fertiggestellt. Forscher glauben, dass die Kultstätten Invasoren und das Ende der Steinzeitkultur aufhalten sollten.

Gernot Kramper | stern.de

Die Menschen der Jungsteinzeit errichteten riesige Kultplätze aus Megalithen. Das berühmteste ist Stonehenge, von vielen Generationen wurde es für Begräbnisse und Rituale genutzt. Bislang nahm man an, dass an diesen Stätten viele Jahrhunderte lang gebaut wurde. Es erschien plausibler, dass eine Gesellschaft, die nur über geringe freie Ressourcen verfügte, für solche Bauten eine lange Zeit benötigten. Zumal die Bewegung und Bearbeitung der großen Steine mit den damaligen Mitteln an ein Wunder grenzte.

Neue Datierungen

Nun gibt es deutlich Hinweise, dass die Baumeister des Neolithikums sehr viel schneller zu Werke gingen. Eine Studie, die von „Proceedings of the Prehistoric Society“ veröffentlicht wurde, nimmt an, dass ein Bauwerk wie die Mount Pleasant Henge in der Nähe von Dorchester in einem Zeitrahmen von nur 35 bis 125 Jahren errichtet wurde. Die Untersuchung stützt sich auf die Radiokohlenstoffdatierung von Fundstücken, die dort schon vor etwa 50 Jahren gefunden wurden, bislang aber nicht exakt datiert wurden.

weiterlesen