Deutschland: Erste Hantavirus-Übertragung durch eine Hausratte


Erstmals in Deutschland wurde die Übertragung des Seoulvirus auf den Menschen nachgewiesen. Eine junge Frau aus Niedersachsen hatte sich bei ihrer als Haustier gehaltenen Ratte angesteckt. Mit akutem Nierenversagen musste sie intensivmedizinisch behandelt werden. Das Seoulvirus gehört zur Familie der Hantaviren und ist vorwiegend in Asien verbreitet. In Deutschland kamen bisher nur Hantavirustypen vor, die von Mäusen übertragen werden und in der Regel mildere Verläufe verursachen.

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Ratte als Haustier. (Bild: Sergei Pivovarov/ iStock)

Hantaviren sind weltweit verbreitet. Ihre Wirte sind kleine Säugetiere wie Mäuse und Ratten, über deren Ausscheidungen die Viren auf den Menschen übertragen werden können. Es handelt sich also um Zoonosen. Abhängig von der Virusspezies erzeugen sie unterschiedlich schwere Verläufe – von asymptomatischen Verläufen bis hin zu lebensbedrohlichem hämorrhagischem Fieber mit Nierenversagen. Seit 2001 sind Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland meldepflichtig. In Mitteleuropa kommen vor allem Puumala- und Dobrava-Belgrad-Viren vor, Hantavirustypen, die von Mäusen übertragen werden und nur selten zu schweren Verläufen führen.

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