Heftige Kritik an Permafrost-Studie


Norwegische Forscher warnen, dass selbst bei sofortigem Emissionsstopp drei Grad Erwärmung unvermeidlich sein könnten. Fachkollegen sind jedoch anderer Ansicht.

Marlene Weiß | Süddeutsche Zeitung

Wie groß wird die Katastrophe, wenn der Permafrost in der Arktis taut? (Foto: Andrew Burton/AFP)

Das Szenario ist Stoff für Albträume: Selbst wenn die Treibhausgas-Emissionen sofort aufhörten, könnte der Permafrost immer weiter auftauen, so berichten es Jorgen Randers und Ulrich Golüke von der Norwegian Business School in Oslo in Scientific Reports. Die Emissionen von Methan und CO₂ aus den einst gefrorenen Böden würden zusammen mit mehr Wasserdampf in der Luft und weniger Eisflächen, die Sonnenstrahlung ins All zurückwerfen, dazu führen, dass die Temperatur noch jahrhundertelang ansteigt. Bis zum Jahr 2500 wären rund drei Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit erreicht.

Allerdings ist es zum Verzweifeln vermutlich doch zu früh: Von Fachkollegen hagelt es harsche Kritik. Randers, emeritierter Professor für Klimastrategie und Koautor mehrerer Club-of-Rome-Berichte, und Golüke haben ein stark vereinfachtes Klimamodell namens „Escimo“ verwendet. Das ist nach Auffassung von Experten im anspruchsvollen Feld der Klimamodellierung deutlich zu stark vereinfacht. „Ich glaube nicht, dass diese Ergebnisse irgendeinen wissenschaftlichen Wert haben“, schreibt Seaver Wang vom Breakthrough Institute der SZ per E-Mail.

weiterlesen