Dunkle Schatten erreichen Papst Johannes Paul II.


Polen gilt als eine der stärksten katholischen Bastionen Europas. Doch nach massiven Vorwürfen gegen zwei Kardinäle sind viele Katholiken mit der Rolle der Kirche sehr unzufrieden. Und jetzt trifft es auch noch Johannes Paul II.

Oliver Hinz | katholisch.de

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Immer noch berufen sich Polens katholische Bischöfe und Priester bei jeder Gelegenheit auf Papst Johannes Paul II. (1978-2005). Sie zitieren den polnischen Pontifex mindestens so oft wie den heutigen Papst Franziskus. Johannes Paul II. besitzt laut vielen Umfragen die größte Autorität im Land. Und so versprachen sich die Bischöfe von seiner Heiligsprechung 2014 eine Festigung des katholischen Glaubens in Polen. Trotzdem befindet sich zwischen Oder und Bug die Kirche jetzt in einer schweren Vertrauenskrise – und das hängt auch mit dem einstigen Kirchenoberhaupt zusammen.

Eine Schlüsselfigur ist der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz. Er war fast 40 Jahre lang persönlicher Sekretär von Karol Wojtyla (Johannes Paul II.). Nun wird er beschuldigt, sexuellen Missbrauch in der Kirche gedeckt und die Opfer im Stich gelassen zu haben. Dziwisz war in den letzten Jahren des „polnischen Pontifikats“ im Vatikan fast so mächtig wie der schwer kranke und zunehmend hinfällige Papst selbst, denn vieles entschied faktisch der Sekretär.

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