In Deutschland wächst eine Generation der Nichtschwimmer heran


Experten klagen, dass viele Viertklässler noch nicht einmal das Seepferdchen-Abzeichen haben. Die Coronakrise verschärft die Lage.

Inga Barthels, Christina Sticht | DER TAGESSPIEGEL

Ein Junge nimmt an einem Schwimmkurs für Kinder der DLRG teil. 59 Prozent der Mädchen und Jungen sind keine sicheren Schwimmer.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Bäder sind dicht, Zehntausende Anfängerkurse fallen aus, auch das Schulschwimmen ist in vielen Bundesländern zum Erliegen gekommen. Erzeugt die Corona-Pandemie eine Generation von Nichtschwimmern? „Die haben wir bereits“, sagt Achim Wiese, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Aber jetzt nehme die Schwimmfertigkeit noch einmal einen heftigen Knick nach unten. „Das ist eine dramatische Entwicklung.“ Nach einer DLRG-Studie aus dem Jahr 2017 sind bundesweit 59 Prozent der Mädchen und Jungen keine sicheren Schwimmer, wenn sie die Grundschule verlassen. Ihnen fehlt das Jugendschwimmabzeichen in Bronze, 23 Prozent haben noch nicht einmal das Seepferdchen.

Auch der Deutsche Schwimmverband (DSV) schlägt Alarm. Nach dem TeilLockdown müssten die Bäder den Vereinen mehr Zeit für Schwimmkurse einräumen, auch an den Wochenenden oder in den Ferien, fordert DSV-Vizepräsident Wolfgang Hein. Schon vor der Pandemie gab es für Seepferdchen- oder Bronze-Kurse vielerorts lange Wartelisten.

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