Mit Kuh-Urin und Dungbädern gegen Corona


Hindugruppen haben in Indien dazu aufgerufen, das Coronavirus mit Kuhfäkalien zu bekämpfen. Allzu laut sollte das niemand kritisieren: Es könnte fanatische Kuhschützer auf den Plan rufen, die unter der hindunationalistischen Regierung Aufwind haben.

Silke Diettrich im Gespräch mit Susanne Balthasar | Deutschlandfunk Kultur

Bei der Suche nach einem Heilmittel gegen Corona sind manche Inder auf die Kuh gekommen. (Getty/RooM RF)

In Krisenzeiten wie diesen greifen wir gerne auf Bewährtes zurück, weil es einfach gut ist – oder vielleicht auch, weil es keine Alternative gibt. In Indien jedenfalls hat man sich in der Corona-Pandemie wieder auf eine seit Jahrhunderten erprobte Heilkraft besonnen: die Heilkraft der Kuh. Die ist im Hinduismus von jeher heilig, in den alten Schriften, den Veden, wird sie als „Erfüllerin aller Wünsche“ gepriesen. Und so haben Hindugruppierungen dazu aufgerufen, das Virus mit Kuhdung und Kuhurin zu bekämpfen, erzählt unsere Südasien-Korrespondentin in Neu-Delhi, Silke Diettrich.

Einige Menschen scheinen diesem Aufruf zu folgen: Ein Video im Netz zeigt beispielsweise drei Männer und einen Jungen, die in einem großen Fass voller Kuhfäkalien sitzen und mit dem Kopf untertauchen. Die Idee dahinter: Das Jauchebad schützt und verhindert, dass das Virus in den Körper eindringt.

Im Sinne der traditionellen Heilkunst

In Neu-Delhi hat eine Hindu-Organisation außerdem eine sogenannte „Kuhurin-Party“ organisiert und auf der Straße Kuhurin als Getränk gegen das Virus angeboten.

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