Vorschlag zum Böller-Verbot an Silvester stößt auf Kritik


Corona liefert den Grünen ein neues Argument im Kampf gegen die Böllerei. Gegner kritisieren den Ansatz, der Handel setzt auf „Einsicht statt Erziehung“.

Robert Kiesel | DER TAGESSPIEGEL

An einigen Orten in der Stadt, wie zum Beispiel der Schöneberger Pallasstraße, gibt es bereits ein Böllerverbot.Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

Der Vorschlag kam wenig überraschend – und sorgte dennoch für heftige Reaktionen. Die Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek hat ein Verbot von Feuerwerk für den anstehenden Jahreswechsel gefordert – das begründet sie mit der drohenden Mehrbelastung für die coronabedingt an der Belastungsgrenze arbeitenden Krankenhäuser der Stadt.

Am Montag warf ihr FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja ein „fragwürdiges Menschenbild“ und „Kleinkindpolitik“ vor. „Wir brauchen keinen Nanny-Staat, der versucht, jeden zu einem ,besseren Menschen‘ zu erziehen“, erklärte Czaja und gab im selben Atemzug an, selbst „kein Fan von Böllern“ zu sein. 

Nachdem Kapek dem designierten Spitzenkandidaten der FDP eine „traurige Haltung in Corona-Zeiten“ und fehlendes Verantwortungsbewusstsein unterstellte, betonte Czaja, ein generelles Verbot sei das letzte Mittel, „weil es jegliche Form von Normalität“ – auch die im kleinen Kreis der Familie – unterdrücke.

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