Welche Konsequenzen hat das Aachener Missbrauchs-Gutachten?


Nach einem Einblick in das vorgelegte Gutachten zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauches sind die Verantwortlichen vor die Presse getreten. DOMRADIO.DE-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen war dabei.

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DOMRADIO.DE: Wie ist denn das Gutachten in Aachen von der Bistumsspitze aufgenommen worden?

Ingo Brüggenjürgen (DOMRADIO.DE Chefredakteur): Zunächst mussten die 459 Seiten des Gutachtens gelesen werden.  Aus der einen oder anderen Perspektive müssen sich bei den Verantwortlichen in der Bistumspitze dann doch  die Augen geöffnet haben. Bischof Helmut Dieser hat gerade gesagt, dass ein Wechsel der Perspektive dringend notwendig ist. Die Kirche müsse sich viel stärker als vorher auf die Betroffenen einlassen und versuchen, ihre Gefühle nachzuempfinden. Kirchliche Entscheigungsträger müssten sich vor allen Dingen die Fragen stellen: Was haben wir getan und was haben wir nicht getan? Das Gutachten könne helfen, diese Verantwortung besser zu erkennen. Nur die Wahrheit könne die tiefen Wunden heilen.

DOMRADIO.DE: Wurden denn auch schon ganz konkrete Schritte benannt?

Brüggenjürgen: Ja, das Bistum Aachen will auch hier Vorreiter sein. Bereits zum 1. Januar will man eine unabhängige Untersuchungskommission einrichten, die sich alle Diözesen in Deutschland verordnet haben. Gleichzeitig hat man gesagt, man möchte schnell und unbürokratisch die entsprechenden Hilfeleistungen überweisen, für die Anerkennung des erlittenen Leids. Zudem sollen die Therapiekosten übernommen werden.

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