England: Staatliche Missbrauchsuntersuchung veröffentlicht


Im Oktober erst hat die unabhängige staatliche Untersuchungskommission zu Kindesmissbrauch in England und Wales einen Untersuchungsbericht zur anglikanischen Kirche vorgelegt. Nun folgte der zur katholischen Kirche. Und der hat es in sich.

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„Über Jahrzehnte hinweg ist die katholische Kirche das Thema sexueller Missbrauch nicht angegangen und hat so viele weitere Kinder eben diesem Schicksal überlassen.“ Zu diesem Schluss kommt Alexis Jay, Vorsitzende der unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission zu Kindesmissbrauch in England und Wales (IICSA). Vorige Woche legte die Kommission ihren Bericht zur katholischen Kirche vor.

931 Geistliche, Ordensleute und Laien seien demnach zwischen 1970 und 2015 in den Verdacht des sexuellen Missbrauchs geraten; die Zahl der angezeigten Fälle wird mit mehr als 3.000 angegeben. Angeklagt allerdings wurden demnach nur 177 mutmaßliche Täter; nur in 133 Fällen kam es zu einer Verurteilung. Viel zu wenige, findet die Kommission, zumal man von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgehen müsse.

Und noch etwas halten die Experten fest: „Es wäre falsch, sexuellen Missbrauch an Kindern in der katholischen Kirche ausschließlich als historisches Problem zu betrachten.“ So habe es auch nach 2015 rund 100 entsprechende Anschuldigungen pro Jahr gegeben.

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