Sexueller Missbrauch bei US-Pfadfindern: „Dieses Vertuschen hatte System“


Es ist der wohl größte Missbrauchsskandal der US-amerikanischen Geschichte: Mehr als 82.000 mutmaßliche Opfer sexueller Gewalt haben Klagen gegen die Pfadfinderorganisation „Boy Scouts of America“ eingereicht.

Sebastian Hesse | tagesschau.de

Pfadfinder der Organisation „Boy Scouts of America“ tragen eine US-Flagge. | Bildquelle: AFP

Es war im Sommer 1977, als die Eltern des zehnjährigen Frank Spinelli im New Yorker Stadtteil Staten Island ein Werbeplakat der „Boy Scouts of America“ entdeckten. Vor allem seine Mutter habe es für eine gute Idee gehalten, dass er den Pfadfindern beitritt, erinnert sich Spinelli im US-Radiosender NPR. Sein Vater habe damals zwei Jobs gleichzeitig machen müssen und kaum Zeit gehabt für den gemeinsamen Sohn.

Pfadfinderführer des kleinen Frank wurde ein New Yorker Polizist namens Bill Fox. Irgendwann nahm er den Jungen mit nach Hause und entblößte sich dort vor ihm. „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen nackten Mann zu Gesicht bekommen“, sagt Spinelli. In den drei Jahren bei den Pfadfindern sei er dann Hunderte von Malen von seinem Peiniger vergewaltigt worden.

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