Bischof Overbeck gesteht Fehler bei Missbrauchsfall ein: „Schuld auf mich geladen“ – die Konsequenz Rücktritt


Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat Fehler im Umgang mit einem zweimal wegen Missbrauchs verurteilten Priester eingeräumt. „Ich habe Schuld auf mich geladen“, sagte er nun der aktuellen „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“.

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Als er Anfang 2010 kurz nach seinem Amtsantritt in Essen von dem Fall erfahren habe, habe er sich nicht die Personalakte kommen lassen. „Sonst hätte ich die Dimension des Falls vielleicht gesehen“, so der Ruhrbischof. Einen Rücktritt wegen dieses Fehlers schloss er aber aus.

Gutachten soll veröffentlicht werden

Der Fall des inzwischen 87-jährigen Priesters A. hatte Ende 2019 für heftige Kritik gesorgt. Er war trotz der beiden Verurteilungen in drei Bistümern als Seelsorger tätig, ab 2002 als Ruhestandsgeistlicher im Bistum Essen. Die beteiligten Bistümer Köln, Münster und Essen haben Untersuchungen zu dem Fall in Auftrag gegeben. Das von Bistum Essen beauftragte Gutachten soll noch am Mittwoch veröffentlicht werden.

Der Priester des Erzbistums Köln war seit 1960 in Köln und dann im zum Erzbistum gehörenden Essen-Kettwig tätig, bevor er 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Danach war er ab 1973 im Bistum Münster eingesetzt, bis er 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen eine Bewährungsstrafe erhielt.

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