Pflanze versteckt sich vor Menschen


Evolution der besonderen Art: Der Mensch hat ein Heilkraut der traditionellen chinesischen Medizin gleichsam in Stein verwandelt, berichten Forscher. An einigen Standorten in der Himalajaregion haben diese Pflanzen eine Tarnung entwickelt, die sie vor den Blicken von Sammlern schützt. Normalerweise sind ihre Blätter grün und die Blüten gelb. Wo man sie ausreißt, bringt sie hingegen unterschiedliche Tarnfärbungen hervor, die zum jeweiligen Aussehen der umliegenden Steine passen. Dadurch können Menschen sie nur schwer erkennen, bestätigen Tests.

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Links eine F. Delavayi-Pflanze mit „normalem“ Aussehen, rechts ein Exemplar, das aufgrund der Farbanpassung im Geröll kaum zu erkennen ist. (Bilder: Yang Niu)

Bloß nicht auffallen! Um den hungrigen Blicken von Fressfeinden zu entgehen, versuchen viele Lebewesen durch Farben und Muster möglichst mit der Umwelt zu verschmelzen. So macht sich etwa ein grüner Frosch im Gras unsichtbar. Neben Tieren sind auch Pflanzenarten bekannt, die ihre Formen und Farben der Umgebung angepasst haben, um nicht die Aufmerksamkeit von Pflanzenfressern zu erregen. Entstanden sind diese Merkmale durch das evolutionäre Prinzip des Selektionsdrucks: Beispielsweise endet ein Frosch, dessen Grünton schlecht zur Vegetation in der Umgebung passt, eher im Schnabel eines Storchs als sein Kollege mit einer stimmigeren Tarnfarbe. Über Generationen hinweg kann eine solche Auslese dann zu deutlichen Merkmalsveränderungen oder sogar zur Bildung neuer Arten führen.

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