Wo die Berliner Forschung nicht auf Tierversuche verzichtet


Forschende weichen auf Alternativen zu Tierversuchen aus, aber Genmaus und Laborratte sind in der medizinischen Forschung vorerst nicht ersetzbar.

Jan Kixmüller, Patrick Eickemeier | DER TAGESSPIEGEL

Gentechnisch veränderte Mäuse dienen am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin beispielsweise als Forschungsmodell…Foto: Mike Wolff

Die Erfolgsmeldungen aus den Laboren der Impfstoffentwickler Biontech und Moderna gingen um die Welt. Eine wirksame Immunisierung gegen Covid-19 erscheint möglich, das Ende von Lockdown, Home-Office und Maskenpflicht in greifbarer Nähe.

Die verkündeten Erfolge stammen aus der abschließenden Phase der klinischen Erprobung: Tausende Menschen haben die experimentellen Vakzine erhalten und sie zeigten erwünschte Wirkung. Aber schon vor den ersten Versuchen mit nur wenigen menschlichen Beteiligten wurden sie auf ihre Sicherheit getestet: an Zellkulturen und an Tieren.

In Berlin hält die zuständige Behörde jedoch Genehmigungen zurück. Zwanzig Forschungsanträge werden derzeit nicht bearbeitet. Pharmaunternehmen und auch der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler warnen vor der Benachteiligung des Forschungsstandortes. Der Berliner Regierungschef Michael Müller (SPD), der auch Wissenschaftssenator ist, hat angekündigt, diesbezüglich die Arbeit das zuständigen Justizsenators Dirk Behrendt (Grüne) zu überprüfen. Müller verweist auf die Corona-Pandemie, in der entsprechende Forschung für die Impfstoffentwicklung gebraucht würde.

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