Coronaleugner-Schweigemarsch in Berlin: Gestörte Opferinszenierung


Ein Schweigemarsch der Coronaleugner stößt in Prenzlauer Berg auf massiven Protest. Die Gegner fühlen sich für die Zukunft bestärkt.

Erik Peter | taz

Sie hatten ein schweres Kreuz zu tragen Foto: Christian Mang

Leise war es nicht beim „Schweigemarsch“ der Coronaleugner*innen am Sonntagmittag im Prenzlauer Berg. Nachdem die Bewegung in Berlin zuletzt nur auf wenig Widerstand gestoßen war, machten diesmal Hunderte ihren Protest hör- und sichtbar. Vom Startpunkt an der Bornholmer Straße bis zum Endkundgebungsort am Alexanderplatz machten Antifaschist*innen auf der Straße und aus ihren Fenstern Lärm, um die Inszenierung der Verschwörungsideolog*innen zu stören. Vereinzelt versuchten sie dabei auch, deren Marsch zu blockieren, was die insgesamt 600 Polizist*innen jedoch schnell unterbanden.

„Die Erzählung, dass sie zum Schweigen gebracht werden und dass sie den Willen der Mehrheit aussprechen, ist gescheitert“, sagte Björn Winter, Sprecher des Bündnisses gegen den rechten Schweigemarsch. Er sprach von einer „Opferinszenierung“, die aufgrund des Widerstands im Kiez nicht funktioniert habe. Dem maßgeblich von der North East Antifa organisierten Protest sei es darum gegangen, den Charakter der Demonstrant*innen als „ignorante, egoistische und rechtsoffene Minderheit“ herauszustellen.

weiterlesen