„Querdenker“: Welche Rolle spielt christlicher Fundamentalismus bei den Corona-Protesten?


Bei den Corona-Protesten in verschiedenen deutschen Städten läuft meist auch der Glaube mit: Demonstrierende halten Kreuze in der Hand oder sprechen von „ewigen Weisheiten“. Aber wieviele Zusammenhänge bestehen wirklich zwischen der Frömmigkeit und den Protesten?

stern.de

Bei der Anti-Corona-Demo am vergangenen Mittwoch in Berlin hält eine Frau ein Kreuz in die Höhe. Die Proteste wurden von der Bewegung „Querdenken“ organisiert. ©Vladimir Menck / SULUPRESS.DE / Picture Alliance

Bei Donald Trump konnte man es im US-Wahlkampf sehen: Konservative, evangelikale Christen jubeln ihm frenetisch zu, stehen hinter seiner Politik, die nicht immer auf Fakten fußt. Doch so fern ist der Bezug zwischen Glaube und Protest, religiösen Motiven und Aufbegehren gegen die Staatsmacht nicht. Auch Gegner der hiesigen Corona-Politik gehen mit einem Kreuz in der Hand auf die Straße.

Der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung Baden-Württembergs, Michael Blume, analysierte die in Stuttgart gegründete Bewegung Querdenken“ in der „Süddeutschen Zeitung“ jüngst unter anderem über das Erbe konservativer evangelikaler Bewegungen, allen voran des Pietismus. Die Bibeltreuen hätten mit manchen „Querdenkern“ den Glauben gemeinsam, „dass man ewige Weisheiten erkannt hat. Und die muss man gegen die böse Welt verteidigen“. Daraus könne eine duale Weltsicht resultieren, in der es keinen Platz für Zwischentöne gibt.

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