Hat Trumps Strategie in Michigan Erfolg?


Eigentlich ist es eine Formsache: Noch am Montag soll die Wahlkommission das Wahlergebnis bestätigen. Doch Donald Trump will verhindern, dass Joe Bidens Sieg amtlich wird. Schafft er das?

Majid Sattar | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Demonstranten gehen für Trump und gegen das Wahlergebnis am Samstag in Lansing, Michigan, auf die Straße. Bild: Reuters

Eigentlich handelt es sich um eine reine Formsache, von der die Amerikaner normalerweise nichts mitbekommen. Doch in den Vereinigten Staaten ist gegenwärtig nichts normal. Deshalb richten sich am Montag alle Augen auf die Wahlkommission in Michigan. Das paritätisch besetzte Gremium, das aus zwei Demokraten und zwei Republikanern besteht, hat die Aufgabe, die zertifizierten Ergebnisse der 83 Wahlkreise des Bundesstaates im Mittleren Westen in Augenschein zu nehmen und seinerseits das Gesamtergebnis zu bestätigen. Der gewählte Präsident Joe Biden verfügt über einen Vorsprung von 154.000 Stimmen. Das sind mehr als zweieinhalb Prozentpunkte.

Donald Trump aber hat die Republikaner in Michigan unter Druck gesetzt, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Eine Klage wegen angeblichen Wahlbetrugs in Wayne County, dem bevölkerungsreichsten Wahlkreis mit der Metropole Detroit, hatte er zuvor freilich zurückgezogen. Weil er keine Beweise habe und der Fall – ebenso wie mehr als zwei Dutzend andere – abgewiesen worden wäre, sagen die Demokraten. Die Anwälte des Präsidenten entgegnen indes: Weil sie auf anderem Wege erfolgreich gewesen seien. Die Wahlkommission von Wayne County habe nämlich das Ergebnis nicht zertifiziert, daher könne auch kein Ergebnis für Michigan bestätigt werden.

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