Berlins Bürgermeister Müller setzt sich im Streit um Tierversuche durch

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Justizsenator Behrendt (Grüne) wollte in der zuständigen Kommission die Tierschützer stärken – Wissenschaftler befürchteten eine Forschungsblockade. Es kommt anders.

Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat hat Tierversuche in der Medizinforschung zur Chefsache erklärt.Foto: imago/Sabine Gudath

Im Streit um die Tierversuche in der Medizinforschung hat sich Michael Müller (SPD) im Senat durchgesetzt. Nach Tagesspiegel-Informationen votierte die rot-rot-grüne Landesregierung am Dienstag für die Vorlage des Regierenden Bürgermeisters, der auch Wissenschaftssenator ist. Nun dürfte die vor Laborexperimenten mit Tieren anzuhörende Kommission wieder von Wissenschaftlern dominiert werden.

Der für die Tierversuchskommission zuständige Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) hatte zuvor viel Ärger auf sich gezogen, weil er die Zusammensetzung des Gremiums ändern wollte.

Müller intervenierte, der Senat folgte seinem Vorschlag: Nun sollen zwei geplante Kommissionen jeweils mit vier Forschern und vier Tierschützern besetzt werden. Dazu wird je ein Wissenschaftler zum Vorsitzenden ernannt, der doppeltes Stimmrecht haben soll – ergo hätten im Streitfall die Forscher und nicht die Tierschützer die Mehrheit.

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