Buch schildert Missbrauch an Frauen in der katholischen Kirche: „An erwachsene Frauen denken die Wenigsten“

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In der Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche geht es oft um minderjährige Opfer, meist um Jungen. Doch auch erwachsene Frauen sind von sexuellen und spirituellen Übergriffen betroffen, wie ein Buch zeigt.

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Ellen Adler will Nonne werden. Doch auf ihrem Weg ins Kloster wird sie von einem angehenden Priester missbraucht. Die Leiterin des Konvents, in den sie eintreten will, weist Adler ab. Sie sei ja nun keine Jungfrau mehr. So berichtet es die Autorin, die eigentlich anders heißt, in dem Buch „Erzählen als Widerstand“, das kommenden Mittwoch am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erscheint. 23 Frauen schildern darin spirituellen oder sexuellen Missbrauch, den sie als Erwachsene im Raum der katholischen Kirche erlebt haben.

Ins Leben gerufen hat das Buchprojekt der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB). „An erwachsene Frauen denken die wenigsten, wenn sie die Worte Missbrauch in der katholischen Kirche hören“, erklärt Mit-Herausgeberin und KDFB-Funktionärin Regina Heyder. Der Verband wisse jedoch, dass es diese Fälle gebe.

Oft Mischung von sexuellem und spirituellem Missbrauch

16 Berichte handeln von sexuellem und 17 Berichte von spirituellem Missbrauch, wobei häufig eine Mischung vorliegt. Alle Frauen benutzen Pseudonyme. Auch Täter, Bistümer und Orden werden nicht benannt. Das Buch könne dennoch Mechanismen hinter Missbrauchstaten aufdecken, betont Heyder. Der Band solle Öffentlichkeit für die Erfahrungen der Betroffenen herstellen. Jede Erzählung stärke so die Erzählung von anderen Frauen.

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