Juristinnenbund: Richter bei Gewalt an Frauen oft überfordert


Wenn es um Gewalt gegen Frauen geht, sind viele Richter schlicht überfordert, meint der Juristinnenbund. Richterinnen und Richter müssten in diesem Bereich dringend fortgebildet werden.

Gigi Deppe | tagesschau.de

Ein als Silhouette abgebildeter Mann würgt eine Frau (gestellte Szene) | Bildquelle: dpa

Die Zeitungen sind immer wieder voll von solchen kleinen Meldungen: „Ein 35-Jähriger soll am Sonntag mit einem Schlagstock seine Ex-Freundin und deren Freund angegriffen haben“, heißt es zum Beispiel vor einigen Tagen in den „Badischen Neuesten Nachrichten“. Die 39-Jährige habe schwere Verletzungen erlitten und musste in eine Klinik gebracht werden.

Das Bundeskriminalamt führt seit 2015 eine Statistik zu sogenannter Partnerschaftsgewalt. Mehr als 100 Frauen werden in Deutschland jedes Jahr von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet. Auch Männer werden von ihren Partnern getötet, allerdings sind es sehr viel weniger.

Der Juristinnenbund, eine bundesweite Vereinigung von Frauen in der Justiz, findet, dass in diesem Bereich immer noch nicht genug getan wird. Anwältin Christina Clemm vertritt häufig Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, und sie findet, dass viele Richterinnen und Richter immer noch nicht gelernt haben, angemessen mit diesem Thema umzugehen. „Da gibt es Richter, die sagen dann ‚irgendwie untenrum‘. Was ist denn da passiert? Ja, die können gar nichts aussprechen, die erröten“, sagt Clemm.

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