Schengenvisum verweigert: EU-Ausländer sollen wissen dürfen, welches Land sie ablehnt


Der EU-Gerichtshof in Luxemburg urteilte in zwei Fällen, in denen EU-Ausländer in die Niederlande reisen wollten. Ihr Schengenvisum wurde abgelehnt, weil andere Staaten Einwände hatten. Den Betroffenen wurde aber nicht gesagt, welche.

Die Presse

Visum abgelehnt. Doch warum? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, klagten ein Ägypter und eine Syrerin, die in Saudiarabien wohnt, vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Und das Gericht mit Sitz in Luxemburg gab ihnen recht. In seinem Urteil fordert der EuGH mehr Transparenz bei der Ablehnung sogenannter Schengenvisa, die Einreisenden ermöglichen würde, durch mehrere EU-Länder zu reisen. Das ablehnende Land muss den Betroffenen künftig den Grund mitteilen und gegebenenfalls auch den anderen EU-Staat, auf dessen Erkenntnisse sich dieser Grund stützt. Denn nur dann seien den Betroffenen gerichtliche Schritte möglich.

Der Ägypter wollte seine Schwiegereltern, die Syrerin ihren Sohn in den Niederlanden besuchen und hatten hierfür Schengenvisa beantragt. Diese berechtigen zu einem dreimonatigen Aufenthalt in sämtlichen Schengenstaaten. Daher können alle diese Staaten auch Einwände gegen eine Visumserteilung erheben.

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