Frankreich: Katholiken zornig auf Macron


Selbst in Frankreichs Kathedralen sollen in der Advents- und Weihnachtszeit nur 30 Personen Gottesdienste feiern dürfen. Die Katholiken sind empört. Sie halten die Obergrenze für unverhältnismäßig und „respektlos“.

Michaela Wiegel | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vor dem Streit: Im Juni 2018 wurde Macron in der Lateranbasilika in das Kollegium der Domherren aufgenommen. Auf dem Bild ist er an der Seite des römischen Generalvikars Angelo De Donatis zu sehen. Zuhause in Frankreich machte er sich am Montag mit der Ankündigung einer Obergrenze für Gottesdienstbesucher bei Katholiken unbeliebt. Bild: Tony Gentile

Emmanuel Macron hat viele Katholiken gegen sich aufgebracht, weil er die Gottesdienste während der Advents- und Weihnachtszeit auf 30 Gläubige pro Kirche begrenzen will. Nach der Ankündigung des Präsidenten am Montagabend, dass pünktlich zum 1. Advent wieder Messen abgehalten werden dürfen, hagelte es Kritik. „30 Personen in unserer Kathedrale, das ist lächerlich und absurd“, empörte sich der Bischof von Chalons, Francois Touvet. Wenn die 4-Quadratmeter-Regel pro Person eingehalten werde, könnten 600 Personen in der 2500 Quadratmeter großen Kathedrale Platz finden. „Lernen Sie bitte rechnen“, ermahnte der Bischof den Präsidenten.

Für Matthieu Rougé, den Bischof von Nanterre, ist die 30-Personen-Obergrenze „grotesk“. „In der Wallfahrtsbasilika von Lourdes gibt es 20.000 Sitzplätze“, sagte Rougé im Fernsehen. Es sei respektlos gegenüber den Gläubigen, ihnen gerade zu Weihnachten den Gottesdienst zu verwehren. Der Bischof von Bayonne, Marc Aillet, fragte: „Nach welchen Kriterien sollen die 30 Kirchgänger ausgewählt werden?“. Er beschwerte sich über eine „diskriminierende Regel“. Der Bischof von Montauban, Bernard Ginoux, äußerte: „Wir sind naiv gewesen, etwas anderes zu erwarten.

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