Prozess um Putsch in der Türkei: Gericht verhängt 337 lebenslange Haftstrafen


2016 scheiterte ein Militärputsch in der Türkei – nun fielen gegen Hunderte Angeklagte die Urteile. 337 Mal entschieden die Richter auf lebenslange Haft, teils unter verschärften Bedingungen.

tagesschau.de

Zwei Polizisten stehen vor dem Gefängnis Sincan nahe Ankara, im Hintergrund stehen Insassen Schlange, die sich noch am selben Tag vor Gericht wegen des gescheiterten Putschs 2016 verantworten sollen. | Bildquelle: AFP

Mehr als vier Jahre nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat ein Gericht in der Hauptstadt Ankara Hunderte Beschuldigte zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Insgesamt mussten sich in dem jahrelangen Verfahren 475 Angeklagte verantworten.

337 Angeklagte müssen lebenslang ins Gefängnis. Sie wurden unter anderem wegen des Vorwurfs eines Umsturzversuchs, eines Attentats auf den Präsidenten und wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt. Teilweise sprachen die Richter Strafen bis zu 79-facher lebenslänglicher Haft unter verschärften Bedingungen aus. Diese verschärften lebenslänglichen Freiheitsstrafen wurden in der Türkei 2004 eingeführt und hatten die Todesstrafe ersetzt.

60 weitere Beschuldigte erhielten ebenfalls Gefängnisstrafen, 75 Angeklagte wurden freigesprochen. Der Prozess hatte Anfang August 2017 begonnen.

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