„Kontoschnüffelei“: Schufa will Kontoauszüge auswerten – massive Kritik von Verbraucherschützern


Verbraucher können Finanz-Anbietern Einblick in ihr Bank-Konto gewähren. Die Schufa will dies nun nutzen, um die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern zu bewerten.

Frankfurter Rundschau

Schufa: Die Auskunftei möchte mit einem neuen Score Einblicke in Kontoauszüge von Verbraucher:innen bekommen. Auch o2 ist dabei (Symbolbild). ©Jens Kalaene/dpa

Die Schufa will Verbrauchern künftig anbieten, ihre Zahlungsfähigkeit anhand ihrer Kontoumsätze bewerten zu lassen. Mit dieser Ankündigung sorgte die Auskunftei für Kritik bei Verbraucherschützern und Politikern.

Derzeit laufen Tests, ob die Menschen der Schufa Einblick in die Daten sowie eine Speicherung von zwölf Monaten gewähren. Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Dabei fließen aktuell noch keine Daten.“ Der Test soll drei Monate dauern und wird gemeinsam mit dem Mobilfunkkonzern Telefónica/O2 durchgeführt. Bekommen potenzielle Neukunden wegen ihrer gering bewerteten Zahlungsfähigkeit keinen Mobilfunkvertrag*, so können sie der Schufa Einblick in ihre Kontodaten gewähren. Zuvor hatten NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung berichtet.

Schufa plant Kontoauswertung: Verbraucherzentrale würde rechtlich vorgehen

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands warf der Schufa„Kontoschnüffelei“ vor. „Eine solch tiefe Datenauswertung der Kontobewegungen für Scoringzwecke erlaubt Rückschlüsse auf Persönlichkeit, wirtschaftlichen Status und selbst politische Orientierungen der Kunden und führt damit letztlich zum vollkommen durchleuchteten Verbraucher.“ Für den Fall, dass das Angebot tatsächlich umgesetzt wird, prüfe man bereits rechtliche Schritte.

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