Wie Donald Trump an einer Schattenpräsidentschaft bastelt


Klagen scheitern reihenweise, es gibt keine Beweise, doch Donald Trump hält an seiner Erzählung fest, dass die US-Wahl „gestohlen“ worden sei. Seine Niederlage erkennt er nach wie vor nicht an. Es zeichnet sich ab, worauf das alles hinausläuft.

Dieter Hoß | stern.de

Fast gierig hört die Hauptstadtpresse in Washington in diesen Tagen ins Weiße Haus hinein. Wird Donald Trump endlich seine Wahlniederlage eingestehen? Prompt ging am Freitag die Meldung um die Welt, dass der noch amtierende US-Präsident vor Journalisten sagte, er werde das Weiße Haus räumen, wenn das Electoral College – das Wahlleutegremium – Joe Biden zum nächsten Präsidenten wählt. Allerdings, so Trump weiter, wäre dies aus seiner Sicht ein „Fehler“, schließlich habe es „massiven Wahlbetrug“ gegeben. Und erneut behauptete der Amtsinhaber ohne jeden Beweis: „Das war eine manipulierte Wahl. 100 Prozent.“

Das Eingeständnis einer Wahlniederlage klingt wahrlich anders. Vielmehr dürften die Freigabe von Geldern und Ressourcen für die „Transition“ der Amtsgeschäfte zur Mannschaft des Wahlsiegers Biden und die Ankündigung, das Weiße Haus zu verlassen, bei Trumps Anhängerschaft wie das Sichfügen in nicht zu ändernde Abläufe ankommen. Abläufe, die im „Presidential Transition Act“ zwar gesetzlich geregelt sind, deren Legitimität Trump aber durch seine Äußerungen und sein Verhalten massiv infrage stellt. So wie er das durch das ständige Wiederholen unbewiesener Betrugsvorwürfe mit den Wahlen an sich und mit dem politischen Gegner unentwegt tut.

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