Atheismus-Aktivist über Anfeindungen: „Man glaubt einfach daran“


Als er sich von seinem Glauben abwendete, brachte sein Vater ihn zur Polizei im kurdischen Teil des Irak. Heute lebt Amed Sherwan als Aktivist in Deutschland.

Friederike Gräff | taz

Amed Sherwan, Atheismus-Aktivist Foto: Andreas Oetker-Kast

taz am wochenende: Übers Telefon sehe ich es leider nicht – tragen Sie heute wieder ein T-Shirt mit Slogan, Herr Sherwan?

Amed Sherwan: Nein, eines ohne Aufschrift.

Das heißt, es ist nicht Ihr Alltag, sich so sichtbar zu machen wie auf dem CSD in Berlin, wo Sie ein T-Shirt mit dem Slogan „Allah is gay“ getragen haben?

Nein, nicht unbedingt. Es ist ziemlich gefährlich, meist bin ich draußen ohne irgendeine Botschaft auf dem T-Shirt. Das allererste T-Shirt mit Slogan hatte ich 2016, darauf stand „Thank Allah I Am an Atheist“.

Dabei sind Sie in einer religiösen muslimischen Familie aufgewachsen und waren ein gläubiges Kind.

Ich wurde in eine muslimische Familie hineingeboren und habe einfach daran geglaubt, ohne es zu hinterfragen oder zu verstehen, was da im Koran steht. Es sind Sachen, die zu Hause, in der Schule, in der Moschee gesagt werden, und man glaubt einfach daran.

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