Homöopathen für Covid-Intensivstationen?


Die Homöopathie ist gut 200 Jahre auf dem Markt, ohne jemals eine plausible Erklärung für den behaupteten Wirkmechanismus erbracht zu haben. Die 200 Jahre verstrichen auch, ohne dass die Homöopathie jemals einen belastbaren Nachweis für eine Wirkung erbringen konnte.

Christian Kreil | DERSTANDARD

Homöopathie heilt so gut wie ein in der Donau versenkter Traktorreifen, sofern man an die Heilkraft von versenkten Reifen glaubt. Aber warum nicht einen neuen Versuch starten mit Zuckerkugeln? Zum Beispiel auf einer Intensivstation für Covid-Patienten, das wäre doch ein wunderbares Feld zum Experimentieren, oder?

In den „Vorarlberger Nachrichten“ wurde einem entsprechenden Aufruf Platz eingeräumt: In dem recht pathetischen Plädoyer für den Homöo-Pokus heißt es: „Lasst die Homöopathen auf die Intensivstationen.“ Wir könnten dabei nur gewinnen, die „Zusammenarbeit von Schulmedizinern und Homöopathen“ würden dazu beitragen, die Aufenthaltsdauer der Patienten auf den Intensivstationen zu verkürzen. By the way: Das mag stimmen, allerdings würden sich die Betten wohl deswegen leeren, weil die Patienten mit einem Zettel am Zeh die Station verlassen.  

Der Aufruf stammt von der ehemaligen, diplomierten Krankenschwester und Buchautorin („Warten auf das Wunschkind“) Petra Pellini-Forcher. Es ist zwar nur eine Leserbrief, aber er illustriert in wunderbar transparenter Weise die Geländegewinne der irrationalen Streitmächte. 

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