Corona-Impfungen als größtes Humanexperiment der modernen Geschichte

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Noch nie wurden Vakzine so schnell und mit so wenig Kontrollen auf den Markt gebracht. Obwohl Experten warnen, versagt das Gros der Medien in ihrer Kontrollfunktion

Harald Neuber | TELEPOLIS

Corona-Impfstoffe: Schnell entwickelt, wenig geprüft, weltweit eingeplant. Bild: Jernej Furman

Mit dem Anfang dieser Woche angekündigten Antrag auf Zulassung eines Corona-Impfstoffes in der Europäischen Union rücken Massenimpfungen gegen den Erreger SARS-CoV-2 in greifbare Nähe. Der US-Hersteller Moderna will eine bedingte Zulassung seines Vakzins bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) beantragen. Damit geht Moderna unter den weltweit fast 200 Anwärtern auf der Meldeliste für eine Corona-Impfung in Führung. (Corona-Impfstoff: Moderna beantragt EU-Zulassung)

Neben Moderna liegen das Unternehmensduo Pfizer (USA) und Biontech (Deutschland) mit dem nukleinsäurebasierten mRNA-Impfstoff BNT162b2 sowie das britische Biotechnologieunternehmens Vaccitech mit dem Vakzin AZD1222 im Führungsfeld. AZD1222 basiert auf einem modifizierten Schimpansen-Adenovirus. Beide genetische Impfstoffe könnten in den kommenden Tagen bis Wochen eine Marktzulassung erhalten.

Sowohl die Europäische Union als auch einzelne Staaten wie Deutschland haben schon vor einer Zulassung Millionen Impfdosen dieser im Wettlauf führenden Unternehmen geordert. So wurde der virale Vektorimpfstoff AZD1222 nach Medienberichten weltweit 2,4 Milliarden Mal geordert, alleine von EU-Staaten 400 Millionen Mal. Ein Riesengeschäft für die Herstellerfirma und die Entwickler, den im britischen Camebridge ansässigen Pharmakonzern AstraZeneca sowie die Universität Oxford.

Der US-Konzern Pfizer und das Mainzer Unternehmen Biontech haben bereits 100 Millionen Verkäufe ihres mRNA-Impfstoffs BNT162b2 sicher.

Die Geschwindigkeit, mit der die Impfstoffe entwickelt, getestet und gekauft werden, provoziert aber zunehmend auch Widerstand. So verweist die Fachzeitschrift Arzneimittelbrief auf eine Erklärung von 140 Wissenschaftsakademien.

Sie kritisierten im September dieses Jahres nicht nur den massenhaften Aufkauf potentiell wirksamer Impfstoffe durch Industriestaaten. Die Unterzeichner bemängelten auch, dass die massiv beschleunigten Zulassungsverfahren zu Lasten der Patientensicherheit gehen könnten.

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