Großbritannien und Niederlande: AKW-Neubau mit deutscher Hilfe


Die Atomfirma Urenco, an der RWE und Eon beteiligt sind, plant Reaktoren in Großbritannien und den Niederlanden. Die Bundesregierung bleibt untätig.

Malte Kreutzfeldt | taz

Hier soll noch ein weiterer Reaktor entstehen: Das Atomkraftwerk Sizewell im britischen Suffolk Foto: Dylan Martinez/reuters

Wenn es nach ihren öffentlichen Äußerungen geht, ist das Thema Atomkraft für die deutschen Energiekonzerne RWE und Eon erledigt. Von einem „Auslaufmodell“ ist bei RWE die Rede, Eon erklärt die Kernenergie auf der eigenen Website zur Technologie des vergangenen Jahrhunderts.

Tatsächlich sind die beiden deutschen Energieriesen aber am Neubau von Atomkraftwerken beteiligt – zumindest indirekt. Denn ihnen gehört jeweils ein Sechstel des Unternehmens Urenco, das vor allem in der Urananreicherung tätig ist und dazu unter anderem eine Fabrik im westfälischen Gronau betreibt.

Und Urenco drängt auf neue Atomkraftwerke: zum einen in Großbritannien, wo das Unternehmen kürzlich einem Konsortium beigetreten ist, das sich für den Bau des Atomreaktors Sizewell C einsetzt. Bei dem Projekt gehe es um „die Zukunft unserer Industrie“, erklärte Urenco-Geschäftsführer Laurent Odeh. Zudem hat das Unternehmen in den Niederlanden den Bau eines neuen, kleinen Reaktortyps angekündigt.

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