Europarat: Kirche in Polen trägt aktiv zu Diskriminierung von LGBT bei


Gehe es um Respekt gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen, nehme Polen den letzten Platz in der EU ein, stellt der Europarat fest. Katholische Kirchenführer trügen aktiv zur Stigmatisierung von Homo-, Bi- und Intersexuellen sowie Transgender bei.

katholisch.de

Die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatovic, zeigt sich besorgt über eine erneut wachsende Diskriminierung von Homosexuellen in Polen. Wenn es um Respekt gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen gehe, nehme das Land den letzten Platz in der EU ein, heißt es in einem am Donnerstag in Straßburg veröffentlichten Bericht. Auch katholische Kirchenführer in Polen trügen aktiv zu Stigmatisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen bei, so Mijatovic.

Nach einer schrittweisen Öffnung der polnischen Gesellschaft seien die vergangenen Jahre von einer „besorgniserregenden Wende zum Schlechteren“ gekennzeichnet. In keinem anderen EU-Staat außer Rumänien gebe so ein hoher Anteil von LGBTI-Personen an, Ziel von hassmotivierten oder sexuellen Angriffen geworden zu sein, so die Menschenrechtskommissarin unter Berufung auf den jährlichen „Rainbow Index“ von ILGA-Europe, eines Dachverbandes von Organisationen nicht-heterosexueller Aktivisten. 79 Prozent der Befragten in Polen bekundeten demnach, bestimmte Orte aus Angst vor Angriffen oder Belästigung zu meiden.

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