Hinrichtung von schwedischem Mediziner Jalali im Iran gestoppt


Die Anwältin von Ahmad-Reza Jalali nannte seine Doppelstaatsbürgerschaft als möglichen Grund. Die Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh musste wieder in Haft

DERSTANDARD

Die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh musste nach ihrem Hafturlaub wieder zurück ins Gefängnis. Foto: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

Die Hinrichtung eines im Iran wegen Spionage zum Tode verurteilten schwedischen Mediziners ist nach Angaben seiner Anwältin vorerst gestoppt. „Glücklicherweise wurde die Hinrichtung von Ahmad-Reza Jalali aus noch unbekannten Gründen um ein paar Tage verschoben,“ sagte Anwältin Helaleh Moussavian am Donnerstag der iranischen Nachrichtenagentur Irna.

Als vermutlichen Grund nannte sie, dass Jalali sowohl die schwedische als auch die iranische Staatsangehörigkeit besitze und noch diplomatische Gespräche in Gang seien. Wegen Spionage für die USA und Israel sitzt Jalali seit 2016 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. Die Anschuldigungen wies er nach Angaben der Nachrichtenagentur stets zurück. In den vergangenen Tagen gab es Berichte über eine bevorstehende Hinrichtung. Vom Iran wurde dies weder bestätigt noch dementiert. Das Außenministerium wies jedoch ausländische Kritik zurück. Andere Länder hätten kein Recht, sich in die Angelegenheiten einer unabhängigen Justiz einzumischen.

weiterlesen