IBM meldet Cyberangriff auf internationalen Impfstoff-Verteiler

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Der IT-Konzern IBM meldet einen Cyberangriff auf internationale Organisationen, die mit einer Verteilung von künftigen Corona-Impfstoffen befasst sind. Seit September hätten die Kriminellen gezielt Phishing-E-Mails eingesetzt, heißt es in einer Mitteilung der Sicherheitskommission des Unternehmens.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Für Impfstoffe, die gegen Sars-CoV-2 entwickelt werden, muss eine Kühlkette gewährleistet werden. (www.imago-images.de)

Die Ziele in sechs Ländern – darunter Deutschland – stehen demnach mutmaßlich in Verbindung mit der Impfallianz Gavi und deren Programm zur Gewährleistung einer Kühlkette, die für alle bekannten Impfstoffe Voraussetzung ist. Die Sicherheitsanalyse lasse keinen Schluss darüber zu, ob der Angriff erfolgreich war und wer dafür verantwortlich sei, heißt es weiter. Dessen Präzision und Ausführung trage aber Merkmale einer staatlich gelenkten Aktion.

Die Angreifer hätten sich als Schlüsselperson eines chinesischen Unternehmens ausgegeben, das an der Unicef-Initiative zur Unterstützung einer Impfstoff-Versorgung beteiligt ist. Die Sicherheitsexperten vermuten, dass etwa Informationen über die Lieferung und Lagerung von Impfstoffen abgeschöpft oder mögliche Schwachstellen ausgelotet werden sollten.

Weltweit versucht die internationale Initiative Covax einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Sie wird federführend von der WHO und den Impfallianzen Gavi und Cepi getragen.