Waldorfschulen und Corona: Gefährliche Freiräume


Die Waldorfpädagogik baut auf „Erziehung zur Freiheit“. In der Pandemie ist an Waldorfschulen nicht klar, wo Freiheit aufhört und Diktatur beginnt.

Paul Wrusch | taz

Eingang zu einer Waldorfschule (Symbolfoto) Foto: Becker&Bredel

Jens Husch ist keiner, der „aus der Waldorfecke kommt“, wie er am Telefon sagt. Mit Anthroposophie, Rudolf Steiner und Waldorfpädagogik habe er sich nie wirklich beschäftigt. Dass sein Kind auf der Waldorfschule Freiburg-Wiehre landete, sei Zufall. Ein Problem war es für ihn und seine Frau nicht und dem Kind hat’s gefallen: keine Noten, viel Freiheit. Doch dann kam Corona – und die Probleme.

Jens Husch heißt eigentlich anders. Er befürchtet Nachteile für sein Kind, weil er sicher ist, dass ein Großteil der Eltern- und Lehrerschaft die Coronamaßnahmen ablehne, seine Kritik also für sie ein Affront ist. Einige Details, die die problematische Haltung der Schule gegenüber den Coronamaßnahmen belegen, können deshalb hier nicht aufgeführt werden.

Das erste Mal wurde Husch vor den Sommerferien skeptisch, weil die Schule sich seiner Meinung nach nicht an bestimmte Hygieneregeln hielt. Sie erklärte, man sorge sich um die Waldorfpädagogik. „Die Pädagogik geht über alles, über jede Pandemiemaßnahme“, sagt Husch.

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