„Höhlenkompetenz“ hilft in der Pandemie


Nicht alle leiden in gleicher Weise unter einem erzwungenen Rückzug, wie eine Befragung von Studierenden aus dem Frühjahr bestätigt. Wie gut man damit umgehen kann, liegt auch an der „Höhlenkompetenz“, die Menschen schon vor Zehntausenden Jahren durch schwere Zeiten brachte, so die These eines Kommunikationsforschers.

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Die Höhle kann ein Raum sein, der beispielsweise vor wilden Tieren schützt; man kann sich aber auch darin eingesperrt fühlen, wenn man nicht mehr rausgehen kann, weil es draußen eiskalt oder unwirtlich ist, wie das etwa während der letzten Eiszeit oder zu Zeiten anderer Umweltkatastrophen wie z.B. Vulkanausbrüchen manchmal notwendig war. Solche ambivalenten Lebenserfahrungen aus der fernen Vergangenheit – die unsere Vorfahren mitunter an den Rand ihrer Existenz gebracht haben – spiegeln sich heute in den gemischten Gefühlen angesichts der pandemiebedingten Freiheitsbeschränkungen, meint Jürgen Grimm von der Universität Wien.

Damals musste der Mensch eine bestimmte „Höhlenkompetenz“ entwickeln, um durch die karge Zeit der Entbehrungen zu kommen. „Überlebt haben diejenigen, denen es gelang, ihre Depression und ihre Paranoia zu zähmen, die sie mit Sicherheit entwickelten haben. Immerhin sind etwa 95 Prozent der Bevölkerung damals gestorben“, erklärt Grimm gegenüber science.ORF.at. Am besten gelang das jenen, die ihre Vorstellungskraft positiv nutzen und so dem Wahnsinn widerstehen konnten.

Langfristig habe dies der ganzen Art das Überleben gesichert und einige wichtige Fortschritte beschert: z.B. die Kunst – mit ihr konnten die Menschen Vorstellungen sichtbar machen, außerdem ermöglicht sie einen Perspektivenwechsel; oder die Perfektionierung von Werkzeugen, denn man hatte viel Zeit zum Ausprobieren und Tüfteln.

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