Spazieren zwischen kranken Bäumen


Die jährliche Untersuchung der Wälder zeigt: Nur 7 Prozent der Berliner Bäume sind ganz gesund. So wenige waren es noch nie.

Roberto Sanchino Martinez | taz

Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) erzählt von einem Waldspaziergang, den sie am Sonntag gemacht hat. Dabei seien ihr so viele Menschen begegnet, wie sie es noch nie erlebt habe. Das unterstreiche die Bedeutung der Wälder, „gerade in Pandemiezeiten“, sagt Günther. Denn: Es gebe ein „Bedürfnis, Wald als Erholungsraum zu erleben“. Besonders, so Günther, da unter den aktuellen Bedingungen „die Alternativen deutlich eingeschränkt“ seien. Anlass, über ihren Spaziergang zu reden, bietet Günther der Waldzustandsbericht für Berlin 2020, den die Senatorin am Montagmorgen präsentiert.

Angesichts der Eindrücke tags zuvor in einem Berliner Wald fiel Günther das sichtlich nicht leicht. Denn wie sich aus den für die Untersuchung gemachten 41 Stichproben, anhand deren insgesamt rund 1.000 Bäume begutachtet wurden, ergibt, hat sich der Zustand der Berliner Wälder im letzten Jahr nicht verbessert.

Im Gegenteil: Aus dem Bericht geht hervor, dass rund ein Drittel aller untersuchten Bäume deutliche Schäden aufweist. Der Anteil gesunder Bäume beträgt lediglich 7 Prozent des Bestandes – das ist der geringste Wert seit dem ­Beginn der Herausgabe der Waldzustandsberichte im Jahr 1991.

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