Wo die Kirchenlehre Menschenrechte bricht


Wenn sich der Papst gesellschaftlich für Rechte von Frauen starkmacht, sie ihnen aber innerkirchlich versagt, sei das unglaubwürdig, kommentiert Burkhard Hose. Leerstellen zwischen Kirchenlehre und Menschenrechten müssten endlich geschlossen werden.

Burkhard Hose | katholisch.de

Wie hält es die Kirche mit den Menschenrechten? Ich stelle mir diese Frage zwischen zwei wichtigen Gedenktagen. Der 8. Dezember markiert den feierlichen Abschluss des II.Vatikanischen Konzils im Jahr 1965. Am 10. Dezember wird seit 1948 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gedacht. Immer noch gibt es zwischen beiden Daten einen Zwischenraum, eine Leerstelle.

Bis heute hat der Heilige Stuhl die Menschenrechtscharta nicht unterzeichnet. Immer noch hält man formal an der Lehre fest, dass die kirchliche Rechtsgrundlage göttliches Recht sei, das man nicht menschlichem Recht unterordnen dürfe.

Dabei hat das Konzil bereits eine Kehrtwende eingeläutet und Lehrinhalte an die Menschenrechte angeglichen. Belege hierfür sind die Erklärung über die Religionsfreiheit (Dignitatis humanae) und die Erklärung zum Verhältnis der Katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen (Nostra aetate).

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