Ackergifte: Bauern durch Pestizide vergiftet


Eine neue Analyse geht von global etwa 385 Millionen unbeabsichtigten Pestizidvergiftungen pro Jahr aus. 11.000 Menschen würden daran sterben.

Jost Maurin | taz

In Südostasien gibt es eine hohe Zahl an Pestizidvergiftungen pro Jahr Foto: Sukree Sukplang/reuters

Rund 385 Millionen Menschen vergiften sich einer Studie zufolge weltweit jedes Jahr unbeabsichtigt durch Pestizide. Etwa 11.000 würden sterben, heißt es in der vom Umweltverband Pestizid Aktions-Netzwerk in Auftrag gegebenen Analyse, die in der Fachzeitschrift BMC Public Health erschienen ist. Die Schätzungen beziehen sich zum Beispiel auf Unfälle, etwa auf Bauernhöfen, aber nicht auf Suizide.

Die meisten Vergiftungen gibt es demnach in Südasien, gefolgt von Südostasien und Ostafrika. Besonders betroffen sei Burkina Faso: Dort würden jährlich fast 84 Prozent der Land­ar­bei­te­r*innen unbeabsichtigte akute Pestizidvergiftungen erleiden. Fast 60 Prozent der Todesfälle treten laut Studie in Indien auf.

Die Forscher haben für ihre Hochrechnungen nach eigenen Angaben die mehr als 800 wissenschaftlichen Publikatio­nen ausgewertet, die zwischen 2006 und 2018 zu dem Thema veröffentlicht wurden.

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