Wissen und Nichtwissen in der Pandemie: Mehr Existenzialismus wagen!

illconsidered populism

Wer zeigt uns den richtigen Weg in der Pandemie? Wissenschaftler wissen leider auch nicht alles, deswegen müssen wir Entscheidungen in höchster Unsicherheit treffen. Das könne man durchaus als Befreiung empfinden, sagt der Philosoph Wolfram Eilenberger.

Wolfram Eilenberger im Gespräch mit Anke Schaefer | Deutschlandfunk Kultur

Manchmal wissen wir einfach: nichts. Und es kann uns auch keiner helfen. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch/)

Die Forderung nach einem harten Lockdown in der Zeit nach Weihnachten wird lauter. Es scheint, als sei die Botschaft der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina angekommen. Diese hatte gestern bereits vorgeschlagen, dass Feiertage und Jahreswechsel genutzt werden, um die Infektionszahlen stark zu drücken. Vom 24. Dezember bis mindestens zum 10. Januar soll das öffentliche Leben demnach ruhen.

Verwässerte Wissenschaft

Für den Virologen Christian Drosten ist das Papier der Leopoldina eine „deutliche und letzte Warnung“. In der aktuellen Ausgabe seines Podcasts klagt er darüber, dass die Botschaft der Wissenschaft zuletzt „stark verwässert“ worden sei. Drosten hat die Politik im Blick, aber auch die Medien. Wenn man als Wissenschaftler sage, „wie es ist“, werde man dort verheizt und „in eine Ecke gestellt“: „Ich weiß von vielen Kolleginnen und Kollegen, dass sie in den letzten Wochen das Gefühl hatten: Besser nichts sagen, das gibt nur Ärger.“

weiterlesen